„Beliebt sind heute die Gesellschaftsreisen/ Mit einem schnellen Dampfer übers Meer“ – so beginnt Jean Bayer seinen Original-Vortrag. Vermutlich um 1920 im Verlag von G. Danner, Mühlhausen i. Thüringen als Nr. 56 seiner humoristischen Vorträge erschienen, nimmt er die Mode des Reisens mit Dampfern aufs Korn. Ähnlich wie Otto Reutter, der mehrere hundert Nummern bei Otto Teich in Leipzig und Danner in Mühlhausen herausbrachte, sind seine spöttischen Anmerkungen immer mit Anspielungen auf Zeitgeist und bekannte Persönlichkeiten durchsetzt.

Der Schnelldampfer Auguste Viktoria zählte zu den ersten großen Passagierschiffen und fuhr noch in den 1920er Jahren Touristen übers Meer, allerdings nicht mehr für die HAPAG-Rederei, sondern als Empress of Scotland unter kanadischer Flagge.
Als Personen kommen in dem Text ganz unterschiedliche Persönlichkeiten vor. Da steht der letzte russische Zar Nikolaus II., der im März 1917 gestürzt wurde, neben Bertha von Suttner, der ersten Frau, der ein Friedensnobelpreis verliehen wurde (sie war einen Monat vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gestorben). König Leopold I. von Belgien wird durch den Kakao gezogen, weil er sich wegen seiner Affäre mit der Tänzerin Cleo zu marode zum Helfen fühlt. Und über Englands Eduard, dem dicken (gemeint ist König Eduard VII. von England) macht sich Bayer wegen dessen Fettleibigkeit lustig.
Hinweis des Verlegers auf dem Titelblatt:
Berufshumoristen ist der öffentliche Vortrag dieser Piece nur gestattet, wenn sie die schriftliche Genehmigung dazu von der Verlagshandlung G. Danner in Mühlhausen i. Thür. erhalten haben.
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