
Wenn dich die Sorgen quälen, dann gibt es ein einfaches Rezept dagegen: Geh in ein Likörlokal und vertrink´ dein Weh. Die Moral dieses Stimmungsschlagers, bei dem das Publikum in den Refrain einstimmen sollte, propagiert einen Ausweg, den viele – vorausgesetzt sie konnten das bezahlen – nach dem Ersten Weltkrieg gewählt haben. In der zweiten Strophe heißt es mit einem Schuss Ironie:
Bist du nicht auf der Höh‘, such‘ dir’n Likörbuffet,
so was hat noch Zweck,
wenn du zu Mampe ziehst, ein’n auf die Lampe gießt,
Mensch, dann geh’n sie weg. –
All deine Sorgen, die dich jetzt quäl’n,
und wenn se dich in den Reichstag wähl’n,
dann darf so ein Mampe auch nicht fehl’n.
Erstens geht der ins Blut, zweitens bekommste Mut.
Wenn du einen trinkst, und dann so nebenbei,
macht er das Herz dir frei, wenn du Reden schwingst!
Rechts hängste dich so an „Fritzen“ dann,
links machste dich an die „Zetkin“ ran,
und wenn die Sitzung aus,
bringste „die“ Maus nach Haus, und rufst aus!
Komm, mein Schatz, wir trinken ein Likörchen …
Inhaber des P.A.P.-Verlags in Leipzig war Paul Preil. Diese Ausgabe hat die Nummer P.A.P. 2. Auf der Rückseite ist die Maske zu sehen, mit der er seine eigenen Stücke bewarb. Unten ist noch Platz für weitere Nummern. Preil schrieb neben Schlagern vor allem humoristische Vortragsstücke.
siehe auch Michel, wer wird denn weinen-!
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Noten
HB
Aufnahme aus dem Jahre 1922 mit dem Beka-Orchester