Das Berliner Glühwürmchen ist noch heute bekannt wie ein bunter Hund. Zumindest kennt jeder den Refrain, der nach einer nicht enden wollenden Strophe als Erlösung zum Mitsingen animiert:

Glühwürmchen, Glühwürmchen flimmre ( flimmre),
Glühwürmchen, Glühwürmchen, schimmre (schimmre),
Führe uns auf rechten Wegen, führe uns dem Glück entgegen!
Glühwürmchen, Glühwürmchen flimmre ( flimmre),
Glühwürmchen, Glühwürmchen, schimmre (schimmre),
Gib uns schützend dein Geleit zur Liebesseligkeit.
Schon bei der Uraufführung der Operette Lysistrata am Ostersonntag des Jahres 1902 im Apollo-Theater war klar, dass diese Nummer das Zeug für einen Welthit hatte. Und so kam es auch. Das Glühwürmchen flimmerte in allen Sprachen um die Welt.
Das Libretto von Heinrich Bolten-Baeckers basierte auf der griechischen Komödie des Aristophanes. Immerhin ging es um ein ernstes Thema: die Verhinderung von Krieg. In der Operette stehen eher die Verwicklungen und Intrigen im Vordergrund. Das ist der Stoff, mit dem man in einer phantastischen Burleske das Berliner Publikum zu Beginn des Jahrhunderts begeistern konnte.

Paul Lincke hatte zusammen mit Richard Rühle seinen eigenen Verlag gegründet. Ursprünglich war die Absicht, im Apollo-Verlag ausschließlich Lincke-Kompositionen zu veröffentlichen. Wie man aus der Werbung auf der Rückseite sehen kann, wurde diese Vorgabe sehr schnell aufgegeben. In dem Programm finden sich Märsche, Walzer, Polkas, Mazurkas, Rheinländer und diverse Tänze. Aber Lincke ist in allen Sparten gut vertreten.
HB
– Aufnahme 1935 mit dem Tempo-Special-Orchester, Gesang Paul Hagedorn
– Aufnahme mit einem Notenrollen Piano
– Die Mills Brother (1957) kommen gleich mit dem Refrain zur Sache und zeigen, wie aus dem noch etwas steifen Berliner Würmchen ein swingender amerikanischer Glow Worm wird.
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Verlagswerbung Rückseite
