Zeitl. Einordnung
In dem von Ernst Ludwig Schellenberg herausgegebenen Bänden Das deutsche Volkslied. Ein Hausschatz von über 1000 der besten deutschen Volkslieder (Verlag Hugo Bermühler, Berlin-Lichterfelde 1915) gibt es in Band 1 drei Lied-Fassungen auf den Text Es ist ein Schnitter heißt der Tod:
Mendelssohn benutzt für sein Erntelied sechs der bekannteren Strophen des Volkslieds (Schreibweise übernommen aus der Notenvorlage):
Es ist ein Schnitter, heißt der Tod,
hat Gewalt vom großen Gott.
Heut wetzt er das Messer,
es schneidt schon viel besser.
Bald wird er drein schneiden,
wir müssen nur leiden.
Hüte dich schöns Blümelein!
Was heut noch grün und frisch dasteht,
wird schon morgen hinweggemäht:
Die edlen Narzissen,
die Zierden der Wiesen,
die schön‘ Hyazinthen,
die türkischen Binden.
Hüte dich schön´s Blümelein!
Viel hunderttausend ungezählt,
das nur unter die Sichel fällt:
Ihr Rosen und Lilien,
euch wird er austilgen,
auch die Kaiserkronen,
wird er nicht schonen.
Hüte dich schön´s Blümelein!
Das himmelfarbe Ehrenpreis,
die Tulipanen gelb und weiß,
die silbernen Glocken,
die goldenen Flocken,
senkt alles zur Erden,
was wird nur draus werden!
Hüte dich schön´s Blümelein!
Ihr hübsch´ Lavendel und Rosmarin,
ihr vielfarbigen Röselein,
ihr stolzen Schwertlilien,
ihr krause Basilien,
ihr zarte Violen,
man wird euch bald holen.
Hüte dich schön´s Blümelein!
Trotz! Tod, komm her, ich fürcht´ dich nit!
Trotz,! eil´ daher in einen Schritt!
Werd´ ich nur verletzet,
so werd´ ich versetzet
in den himmlischen Garten,
auf den alle wir warten.
Freu´ dich, du schön´s Blümelein!
Freu´ dich!
Freu´ dich!
HB
Aufnahme mit Fischer Dieskau
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