Zeitl. Einordnung

In diesem Couplet aus der Revue Auf ins Metropol beschäftigt sich Julius Freund mit den Folgen einer Erfindung, die es seit den 1880er-Jahren schon für Pferdedroschken gab: dem Taxameter. Gebaut wurden die ersten Taxameter von Bruhn in der Mauerstraße 86 in Berlin (siehe Foto aus dem Digitalen Stadtteilarchiv Linden-Limmer, Sammlung Schäfer).
Vorgetragen wurde die Nummer von Henry Bender, der zum festen Stamm der Künstler bei den Hollaender-Revuen gehörte.
Erfunden wurde einst der Taxameter,
damit den Gast der Kutscher nicht beschuppt,
der Fahrpreis, deutlich angeschrieben steht er,
man kann bemerken wie der Zeiger huppt!
Mit stiller Angst auf´s Zifferblättchen blickste,
schon winkt das Ziel, schon hältst du vor dem Tor,
da springt der Zeiger, meist zu Tod erschrickste,
aus purer Bosheit schnell noch einen Nikkel vor!
Ein schlauer Kopp ist so ein Taxameter,
manchmal fährt er, und manchmal steht er,
doch meistens sitzt er freilich, dieser Mann,
in der Destille nebenan!
Schreit mal so´n Fahrgast: Kutscher, ich hab´ Eile,
so regt mir das nicht im geringsten uff,
erst murks´ ich noch am Futtersack ´ne Weile,
dann klettr´ ich langsam uff ´n Kutschbock ruff!
Behaglich drück ich meine Fahne runter,
stell meine Taxe ein, det muß so sein,
dann aber geht´s heidi! dann fahr ich munter
gleich mit in die nächste Straßenbahne rein.
Ein schlauer Kopp ist so ein Taxameter,
manchmal fährt er, und manchmal steht er,
am schwarzen Lackzylinder kennst du ihn,
die Mütze deutet auf Benzin!
Sei schlau, Berliner, folge meinem Winke
und zähl´ dir stets das Fahrgeld ab vorher;
nie hat der Taxameter kleine Pinke,
von ihm was rauszukriegen, das ist schwer!
Wenn so´n Malheur am Bahnhof dir begegnet,
und wenn er merkt, daß du auf Nadeln stehst,
besonders aber wenn´s mit Mollen regnet,
dann sucht er´s Portemonnaie,
bis daß du schimpfst und gehst.
Ein schlauer Kopp ist so ein Taxameter,
manchmal fährt er, und manchmal steht er,
den Fahrpreis kannst nur selten lesen du,
die Pellerine deckt ihn zu!
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