
Ich hab′ mein Herz in Heidelberg verloren,
In einer lauen Sommernacht.
Ich war verliebt bis über beide Ohren
Und wie ein Röslein hat ihr Mund gelacht.
Und als wir Abschied nahmen vor den Toren
Beim letzten Kuss, da hab ich’s klar erkannt:
Dass ich mein Herz in Heidelberg verloren.
Mein Herz, es schlägt am Neckarstrand.

Alle lieben Heidelberg – vor allem die Amerikaner und Japaner. Für sie ist Heidelberg der Inbegriff einer romantischen deutschen Stadt. Mit zahlreichen Geschichten, Bildern und eben auch Liedern haben Dichter, Maler und andere Künstler seit dem 19. Jahrhundert zum Entstehen der romantischen Idylle am Neckarstrand beigetragen. Da lassen die Textdichter schon gerne mal den jungen Gesellen sein Herz in Heidelberg verlieren. Ich hab mein Herz in Neckarsulm verloren, hätte eh nicht funktioniert. Dann schon eher Wuppertal. Aber am Ende ein letzter Kuss am Wupperstrand?
Obwohl Fritz Löhner-Beda nie in Heidelberg war, schrieb er zusammen mit Ernst Neubach den Text zu einem Schlager-Hit. Der Komponist Fred Raymond verhökerte die Rechte an dem Titel für 300 Mark, sein Verleger verdiente sich damit angeblich zwei Villen. (1)
Daraufhin schrieb Raymond rund um den Erfolgsschlager eine Operette. So konnte auch er – wenn auch nur ein klein wenig – davon finanziell profitieren. Raymond gab seinem Lied, das als schneidiger Marsch komponiert ist, die Opuszahl 130. Der Schlager wurde immer wieder wegen seiner großen Popularität als Volkslied bezeichnet.
Aber auch von Schnulze ist in Zusammenhang mit dem Film Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren (1952) die Rede. Im Lexikon des internationalen Films heißt es: „Nach den Spielregeln pseudoromantischer Heimatfilme heruntergedrehter Unterhaltungsfilm, der seine Existenz allein der populären Titelschnulze verdankt.“
Der Schlager vom Neckarstrand ist auch als Lied in den Band Der Rhein im Lied, Neufeld & Henius, Berlin 1927, aufgenommen worden, obwohl es sich nur um einen Nebenfluss handelt.
Siehe auch Liedtext auf Ansichtskarten.
Auf der Rückseite dieser Schlager-Ausgabe ist die von Otto Dely gestaltete Werbung (4. Wiener Bohême Bilderbogen) für weitere Schlager aus dem Verlag abgedruckt.
Übrigens …
… nutzte die Deutsche Bundesbahn die Popularität des Schlagers 1974 für eine Anzeigen-Kampagne.
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(1) Vgl. Franz Josef Schreiber: Programmheft zu „Maske in Blau“, Metropol-Theater, Berlin 1991
HB
Heinz Maria Lins: Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren