Ein Walzertraum (3) – Walzerträume, 1907

Walzer nach Motiven aus der Operette
bezeichnet als
Musik von
Titelblatt von
weitere Personen
Jahr
1907
Verlags-Nr.
D. 3591. M.E. 85.
Anmerkungen

Infos/Kommentar

Ein Walzertraum (1) dt. Ausgabe
Ein Walzertraum (2) dt. Ausgabe mit Instrumentalstimmen
Ein Walzertraum (3) dt. Ausgabe Vermarktung
Ein Walzertraum (4) span. Ausgabe Madrid
Ein Walzertraum (5) franz. Ausgabe Paris
Ein Walzertraum (6) ital. Ausgabe Milano
Ein Walzertraum (7) Lied vom kleinen Leutenant

Im Vergleich zu Beispiel (2) ist das Titelblatt geringfügig im Text verändert, die Verlagsangabe lautet nur noch knapp: Verlag Ludwig Doblinger (Bernhard Herzmansky) Kom.-Ges. Wien. Alle weiteren Angaben zu Urheber- und Aufführungsrechten sowie ausländischen Verlagsvertretungen sind hier weggelassen. Doblinger/Herzmansky hatte sich von einer Musikalienhandlung zu einem Musikverlag mit europaweiten Verbindungen entwickelt (Nelder in Riga für Russland /Max Eschig in Paris für Frankreich, Belgien und die Kolonien / Carisch & Jänichen in Mailand für Italien, die italienischen Provinzen Österreichs und der Schweiz). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Doblinger führend bei der Vermarktung von Operetten.

Was für eine gigantische Editionspalette an einer einzigen Operette hing, wird aus der Übersicht auf Rückseite ersichtlich. Doblinger bietet zum Walzertraum über 100 (!) verschiedene Notenausgaben an. Zur besseren Lesbarkeit sind hier die einzelnen Besetzungsgruppen gesondert aufgeführt.

Klavier zu zwei Händen

Gesang und Klavier

Klavier zu vier Händen

Violine und Klavier

Zwei Violinen und Klavier / Violine solo und zwei Violinen

Zither

Mandoline

Großes oder kleines Orchester

Großes oder kleines Orchester (Fortsetzung)

Salon Orchester

Schrammel-Quartett

Österreichische Militär- (deutsche Infanterie-) und deutsche Blechmusik

Insgesamt ein gewaltiges Programm der Vermarktung von Musik. Wenn man zusätzlich bedenkt, wie viele ähnlich große Projekte von einem Verlag angeboten wurden, die in Noten gesetzt, gedruckt, verschickt, abgerechnet und überprüft werden mussten – und zwar alles ohne EDV und Computer! –, dann kann man nur staunend den Hut ziehen.

Der Komponist Oscar Straus brachte es im Laufe seines Lebens zu einem gewissen Reichtum, den Grundstock hatte er mit dem Walzertraum gelegt. In den 1920er-Jahren konnte er sich sogar ein Haus in Bad Ischl kaufen. 1938 wurde ihm, dem Juden, das Haus im Zuge der Arisierungsmaßnahmen weggenommen. Straus überlebte die Nazi-Herrschaft in der Emigration. Nach seiner Rückkehr 1948 ins Salzkammergu erhielt er sein Haus in Bad Ischl zurück. Sein Librettist Leopod Jacobson blieb 1938 als Jude in Wien. Er wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo er kurz darauf zu Tode kam.

HB
Ein Jahr nach der Uraufführung wurde der Konzertwalzer Walzerträume für mechanisches Klavier eingespielt.

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Gesamte Rückseite