
Ein Walzertraum (1) dt. Ausgabe
Ein Walzertraum (2) dt. Ausgabe mit Instrumentalstimmen
Ein Walzertraum (3) dt. Ausgabe Vermarktung
Ein Walzertraum (4) span. Ausgabe Madrid
Ein Walzertraum (5) franz. Ausgabe Paris
Ein Walzertraum (6) ital. Ausgabe Milano
Ein Walzertraum (7) Lied vom kleinen Leutenant
1920 brachte der Ullstein Verlag in der Sammlung Musik für Alle das 158. Heft unter dem Titel Ein Walzertraum heraus. Darin wird im Begleittext der Werdegang des Oscar Strauß vom ambitionierten, wenig erfolgreichen Musiker zum gefeierten Operettenkomponisten plastisch geschildert.
Mit allem Rüstzeug eines gebildeten Musikers ausgestattet, fristete er, der geborene Wiener, mühselig als Theater- und Varieté-Kapellmeister in Berlin sein Dasein und wartete im Bohêmekaffee auf bessere Zeiten.
Die kamen dann zu Beginn des Jahrhunderts durch die Bekanntschaft mit Ernst von Wolzogen im neu gegründeten Kabarett Überbrettl mit den beiden Nummern Der lustige Ehemann und Die Musik kommt. Die Versuche mit der Operette blieben aber erfolglos.
Das änderte sich erst, als Oscar Straus auf der Suche nach einem Operettenstoff mit Wiener Einschlag (Musik für Alle) auf die Novelle Nux der Prinzgemahl (aus Hans Müllers Buch der Abenteuer) stieß. Ort der Handlung: ein Schloss im Fürstentum Flausenthurn und ein Musikpavillon, in dem eine Damenkapelle das Feld beherrscht. Für das Libretto konnte Straus einen bekannten Wiener Dichter, Felix Dörmann, und einen einflussreichen Kritiker, Leopold Jacobsohn, gewinnen.
Die Premiere des Walzertraums fand am 2. März 1907 im Carltheater statt, dem alteingesessenen Wiener Operettenhaus, das sich mit Uraufführungen von Johann Nestroy, Franz von Suppé, Johann Strauss, Carl Michael Ziehrer, Carl Zeller und (seit 1902) auch Franz Lehar einen Namen gemacht hatte.
Die Hauptrolle als Chefin einer Damenkapelle spielte Mizzi Zwerenz, ihr Partner auf der Bühne Arthur Guttmann war ihr Ehemann. Beide umjubelte Stars aus dem Walzertraum wurden auch mit gestellten Szenenfotos zu Postkartenstars. Diese Bilder wurden in alle Welt verschickt – heute würde man sagen: gepostet.
Zum sensationellen Erfolg des Walzertraums heißt es 1920 in der Musikzeitschrift Musik für alle:
In Wien erlebte der „Walzertraum“ 500 Ensuite-Aufführungen, wird gerade jetzt, 13 Jahre nach Erscheinen, zum 700. Male gegeben, und das ausgesprochen wienerische Textbuch hat dem oben bezeichneten Siegeslauf des Werkes nicht im Wege standen. Auch durch den Film wurde es in allen Ländern verbreitet, und noch heute hat es nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt.
Noch im Premierenjahr wurde das Werk von Doblinger nach allen Regeln der Kunst vermarktet.
HB
Konzertwalzer Walzerträume
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Begleittext zum Heft 158 Musik für Alle, Ullstein-Verlag 1920