Der Rhein im Lied, 1927

Eine Sammlung der schönsten Rheinlieder
Mit einem Geleitwort von Walter von Molo
Autoren/ Hg.
weitere Personen
Ort
Jahr
1927
Format
Rücken 30 – 35 cm

Infos/Kommentar

Der Band ist vermutlich 1927 erschienen, was aus der Copyrightangabe zum ersten Lied Trink, trink, Brüderlein trink geschlossen werden kann. Der Inhalt der 96-seitigen Sammlung reicht von Robert Schumanns Lied Sonntags am Rhein (S.39) und Heine/Silchers Lied Die Lorelei (S. 88) bis hin zu aktuellen Schlagern der 1920er-Jahre wie Bruder im Rheinland (1923, S. 50) oder Das war die Tante Trullala in Düsseldorf am Rhein (1926, S. 68). Um die Attraktivität der Sammlung zu erhöhen, sind auch einige populäre Lieder vom Neckarstrand aufgenommen worden, wie z.B. Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren von Beda/Neubach und Fred Raymond (1925, S. 76). (1)

Der erste Titel des Bandes auf S. 4, ein aktueller Schlagerhit des Jahre 1927, kann auch als vorangestelltes Motto verstanden werden: Trink, trink, Brüderlein trink. Im Folgenden dreht sich alles um das ein oder andere rheinische Mädchen bei rheinischem Wein (S. 12), das auch als Mägdelein auftritt, weil sich das so schön auf Rhein, Wein und Sonnenschein reimt. Auch die Kombinationen Zecher und Becher oder Sang und Klang treten immer wieder auf. Und wo lässt es sich am besten zechen? Es zecht sich nirgends besser als an dem deutschen Rhein, so schrieb der Dichter Emil Rittershaus das Gedicht Am Rhein, am deutschen Rhein, das Franz Ries 1888 als op. 35 vertonte (S. 20). Immer wieder wird in Liedern und Schlagern ausdrücklich hervorgehoben, dass es um den deutschen Rhein geht:

… weiß blüht der Wein im Sonnenschein.
Wer dort am Ufer träumend gesessen,
weiß es, und wird es niemals vergessen:
Deutsch war er, deutsch ist er, deutsch bleibt der Rhein!

So endet der Refrain eines Schlagers von Kurt Schwabach und Hans May, geschrieben im Jahre 1923 (Bruder Rheinland, S. 50).

Auf das Geleitwort von Walter von Molo wird auf dem Innentitel extra hingewiesen. Von Molo, der in Wien Maschinenbau studiert hatte, wandte sich der Schriftstellerei zu und war nach dem Ersten Weltkrieg ein bekannter Autor, dessen Werke hohe Auflagen erzielten. Sein kurzes Geleitwort zu diesem Liederheft lautet:

Das Lied vom deutschen Rhein ist Poesie!
Poesie ist Geist. Der Geist ist unversiegbar, er ist allmächtig und unsterblich, er ist stärker als die großen Heere, er ist nicht zu töten, und er ist nicht willkürlich zu zerstückeln, er läßt sich nicht einkerkern, er dringt durch Stein und Eisen, er ist die einzige Macht auf Erden, die an ihr dauerndes Bestehen glauben darf. Die Poesie des deutschen Rheinliedes ist die Gewißheit glückhafter Zukunft für unseren Deutschen Rhein und damit für unser Deutschland.

Am Ende des Bandes gibt es zwei ganzseitige Anzeigen für eine Neuauflage der Volks- und Kinderliedersammlung Sang und Klang fürs Kinderherz, ebenfalls bei Neufeld & Henius in Berlin erschienen. Auf der Rückseite wird mit einem farbigen Probebild von Paul Hey für Sang und Klang fürs Kinderherz geworben.
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(1) Ein weiterer aktueller Schlager von Friedrich Löhner-Beda (Musik: Jara Beneš) in diesem Band ist das Marschlied In der Pfalz (1927, S.28), das dem Herrn Kammersänger Richard Tauber in aufrichtiger Verehrung gewidmet ist.

HB
In der Pfalz, gesungen von Richard Tauber

PDF
– Innentitel
– Inhaltsverzeichnis
– Geleitwort Walter von Mola
– Beispielseite Noten In der Pfalz (mit Widmung)