Das ist noch ein Stückerl vom alten Wien, 1917

bezeichnet als
Musik von
Text von
Titelblatt von
Ort
Jahr
1917
Verlags-Nr.
E.K.B. 624
Druckerei
Anmerkungen

Infos/Kommentar

Das Lied beginnt mit einer 8-taktigen Einleitung im ruhigen Walzertempo. Die Strophen im 2/4-Takt sollen wie eine Spieluhr klingen – rundlich und unendlich zart. Der Refrain ist ein langsamer Walzer, sehr ruhig und innig zu spielen.

Als Copyright ist das Jahr 1917 angegeben, der vorliegende Druck muss aber nach 1920 erschienen sein, was aus den sechs beworbenen Schlagern auf der Rückseite zu schließen ist. Zum Beispiel ist die Nummer DaDa von Karl Hajos und Fritz Löhner-Beda erst im Jahre 1920 geschrieben worden.

Dieser dadaistische Foxrot steht in krassem Gegensatz zu dem verklärten Rückblick auf ein Stückerl vom alten Wien. Aber mal ehrlich: Steckt nicht auch im Mikrokosmos „im dritten Stock im Stüberl“ mit dem „lieben Büberl“ und dem „gütigen Kaiser Josef“ an der Wand schon ein Schuss dadaistischer Sprengkraft? Eindeutig steht aber die Gewissheit: Wien bleibt Wien, jedenfalls, wenn der Refrain angekündigt wird, Stille eintritt und „wann´s aus der Spieluhr klingt“:

Das ist noch ein Stückerl vom alten Wien, ein Bild aus vergangenen Zeiten.
Und schaut mal dein Auge voll Wehmut dahin, die Tränen ihm leise entgleiten.
Das ist noch ein Stückerl vom alten Wien, es nütz nix: das kommt immer wieder!
Und doch geht´s mir manchmal als Trost durch den Sinn: Mein Wien lebt im Singen der Lieder!

Das Titelblatt zeigt das im Refrain beschworene „Bild aus vergangenen Zeiten“. Das biedermeierliche Motiv wirkt aber nicht nur nostalgisch verträumt, sondern hat gleichzeitig auch etwas bedrohlich Düsteres.