Zeitl. Einordnung
Also sprach Bismarck … von Bruno Seidler-Winkler ist im zweiten Band Schwert und Leier 1914 abgedruckt. Diese Huldigung in deutschen Liedern besteht aus zwei Teilen. Der erste, das festliche Vorspiel, ist rein instrumental und hier weggelassen. Beim zweiten Teil Bismarck im Volkslied handelt es sich um ein kriegerisches Liederpotpourri unter dem Motto:
Was der Gewaltige sann,
Was er gewollt und getan,
Das klingt und lebt und blüht
Unsterblich fort im Lied.

Die 15 Abschnitte sind mit Überschriften versehen, die anders lauten als die Liedtitel (einige in Klammern), was die kriegerischen Absichten noch einmal besonders hervorhebt.
Der Komponist und Arrangeur Bruno Seidler-Winkler war zu Kriegsbeginn 34 Jahre alt. Er war als Pianist, Liedbegleiter und Dirigent ein vielseitiger Musiker. Schon früh hatte er Kontakt zur Schallplattenindustrie, wurde Aufnahmeleiter bei der Deutschen Edison-Gesellschaft und mit 23 Jahren sogar künstlerischer Direktor. Von seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Otto Reutter sind zahlreiche Tondokumente erhalten, in denen immer wieder chauvinistische Töne zu hören sind. Beide Künstler waren glühende Bismarck-Verehrer. Wie viele andere Intellektuelle stimmten sie in den Chor der Hurrapatrioten ein.
HB
Otto Reutter / Bruno Seidler-Winkler Kriegsgeschichte 1914
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Noten Bismarck im Volkslied

Übrigens …
… gehörte zum Bismarck-Kult auch die Errichtung von Bismarck-Säulen bzw. Bismarck-Türmen. In der Zeit von 1898, dem Todesjahr Bismarcks, und dem Beginn des Ersten Weltkriegs gab es eine regelrechte Bismarckturm-Bewegung. Einer von über 200 dieser Bauwerke wurde 1902 in Almrich (heute Stadtteil von Naumburg) errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zum Burgscheidelturm umbenannt und 1991 wieder zurück in Bismarckturm. 2021 stand der gesamte Komplex mit Turm und Nebengebäuden zum Verkauf.