C-a-f-f-e-e – Kanon, 19. Jh.

C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Caffee!
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Quelle
Musik im Leben, FfM 1991
Herkunft Region

Zeitl. Einordnung

19. Jahrhundert
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Aspekte
Personen

Infos/Beschreibung

C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Caffee!
Nicht für Kinder ist der Türkentrank,
schwächt die Nerven, macht dich blass und krank.
Sei doch kein Muselmann,
der ihn nicht lassen kann!

Ich habe den C-a-f-f-e-e-Kanon nie geliebt, aber nicht wegen des Textes, sondern wegen des – wie ich finde – sperrigen, unorganischen Melodieanfangs. Der Komponist Carl Gottlieb Hering war mir lange unbekannt, auch wusste ich nicht, dass er der Urheber von zwei weiteren sehr bekannten Kinderliedern ist: Hopp, hopp, hopp und Morgen Kinder wird’s was geben. Merkwürdiger Zufall, dass ich schon als Kind dieses Weihnachtslied von Hering auch nicht gemocht habe? Es wurde sogar täglich in der Vorweihnachtszeit gesungen, weil die Tage bis zur Bescherung heruntergezählt werden konnten – Viermal … dreimal … zweimal … werden wir noch wach, heißa dann ist Weihnachtstag. Geschickt eingefädelt, das ist zwangsläufig hängen geblieben.

Herings musikdidaktische Verdienste werden in der Musik-Enzyklopädie Musik in Geschichte und Gegenwart folgendermaßen gewürdigt:

G. Hering gehörte zu den ersten bedeutenden deutschen Schulmusikern, die nicht nur praktisch als erfolgreiche Erzieher, sondern auch durch zahlreiche Veröffentlichungen gewirkt haben. Er setzte sich nachhaltig dafür ein, das Musikdiktat zur Schulung des Gehörs in den Lehrplan aufzunehmen, und führte den Klavier-Unterricht in Gruppen ein. (Lothar Hoffmann-Erbrecht, MGG Bd. 6, Ausgabe dtv/Bärenreiter, München/Kassel 1989, 217/218)

Der C-a-f-f-e-e-Kanon verfolgt anscheinend zwei pädagogische Absichten. Neben der Warnung der Kinder vor den gesundheitlichen Folgen des gefährlichen Getränks sollen sie nebenbei auch Tonnamen lernen und Tonvorstellungen entwickeln.

Siehe auch Kaffee-Kantate von Bach.