Bach Kantate: Ei, wie schmeckt der Coffee süße, 1734

Ei! wie schmeckt der Coffee süße, lieblicher als tausend Küsse
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Klavierauszug Könemann Budapest
Herkunft Region

Zeitl. Einordnung

1700 – 1800
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Ei, wie schmeckt der Coffee süße, Arie aus der weltlichen Kantate Schweiget stille, plaudert nicht von J. S. Bach (BWV 211)

Ein Loblied auf den Kaffeegenuss, gesungen von einer Bürgerstochter, deren Vater ihr das tägliche Kaffeetrinken abgewöhnen will. Der Vater droht, ihr nur eine Heiratserlaubnis zu erteilen, wenn sie dem Kaffee entsagt. Damit kann sie leben, weil sie sich sicher ist, nur einen Mann zu heiraten, der ihr erlaubt, weiterhin Kaffee zu genießen.

In einer Arie schwärmt Tochter Liesgen:

Ei! wie schmeckt der Coffee süße,
Lieblicher als tausend Küsse,
Milder als Muskatenwein. 

Coffee, Coffee muss ich haben,
Und wenn jemand mich will laben,
Ach, so schenkt mir Coffee ein!

Kaffeehäuser gab es in einigen größeren deutschen Städten bereits im letzten Drittel des 17. Jahrhunderts. Erst relativ spät, um 1720, öffnete in Leipzig das Zimmermannsche Kaffeehaus, in dem ab 1723 Konzerte des studentischen Collegium Musicum stattfanden. U. a. wurden dort auch die weltlichen Kantaten von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Bach war regelmäßiger Besucher des Kaffeehauses, ab 1729 übernahm er die Leitung der Konzerte. Die sogenannte Kaffee-Kantate wurde 1734 im Zimmermannschen Kaffeehaus uraufgeführt.

Die Kaffee-Kantate wirft ein Licht auf die Rollenverteilungen zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Ganz direkt angesprochen werden die Privilegien der Männer (Vater bzw. Ehemann) gegenüber den Frauen, die erst um Erlaubnis bitten müssen, wenn sie Kaffee trinken oder heiraten wollen. Nur indirekt wird auf die damals heftig geführte Kampagne gegen das Kaffeetrinken generell und insbesondere von Frauen eingegangen. Der Schlusschor Die Katze lässt das Mausen nicht könnte auch als Stellungnahmen interpretiert werden, dass die Verbote letztlich doch zu nichts führen:

Die Katze lässt das Mausen nicht,
Die Jungfern bleiben Coffeeschwestern.
Die Mutter liebt den Coffeebrauch,
Die Großmama trank solchen auch,
Wer will nun auf die Töchter lästern!

In Leipzig war man 1716 mit einer Verordnung gegen das leichtfertige Wesen in Coffee Häusern vorgegangen. In Preußen wurden sogar Kaffeeschnüffler eingesetzt, um Kaffeetrinker auf frischer Tat zu erwischen und zu bestrafen. Letztlich  konnte der Siegeszug des Kaffeetrinkens und der Kaffeehäuser nicht durch Verbote und Polizeieinsätze aufgehalten werden.

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HB
Aufnahme mit historischen Instrumenten: Barockflöte, Viola da gamba und Theorbe

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