Der Aufsatz Moderne deutsche Notentitel von Walter von Zur Westen erschien 1898 in der Zeitschrift für Bücherfreunde, 2. Jahrgang 1998/99, Heft 1, April 1998, S. 1 – 12. Die Zeitschrift wurde im Verlag Velhagen & Klasing, Berlin und Leipzig, von Fedor von Zobelitz herausgegeben.

Der Autor, Walter von Zur Westen (1871-1948), beschäftigte sich ein Leben lang mit allen Facetten von Gebrauchsgrafik. Sein Hauptinteresse galt den kleinen kunstvollen Aufklebern oder Stempeln im vorderen Buchdeckel, mit denen die Buchbesitzer ihre die Bücher ihrer Bibliothek markierten. Mit diesen sogenannten Exlibris (oder auch Bucheignerzeichen) markierten die Buchbesitzer die Bände ihrer Bibliothek. Namhafte Künstler wurden mit der Gestaltung beauftragt.
Am Ende des 19. Jahrhunderts und dann mit dem Jugendstil erlebte die Exlibris-Kunst eine Blütezeit. 1891 wurde die noch heute bestehende Deutsche Exlibris-Gesellschaft als Exlibris-Verein zu Berlin gegründet. Vorsitzender dieser Gesellschaft war vor dem Ersten Weltkrieg und von 1919 bis 1938 Walter von Zur Westen.
In einem Blog der Pirckheimer Gesellschaft wird von Zur Westen als Großsammler von Gebrauchsgrafik aller Art bezeichnet.
„… seine riesige Kollektion umfasste insbesondere Abertausende von Gelegenheitsgrafiken, d. h. Besuchskarten, Umzugs- und Familienanzeigen, Patenbriefe, Dankkarten, Briefköpfe, Gedenkblätter, Glückwunsch- und Festkarten, Tafelkalender, Reklamekunst, Theaterprogramme, Speisekarten, Spiele, Urkunden, Bruderschaftsdiplome und Wallfahrtsblätter, Verbandszertifikate, Thesenblätter, Musiktitel, Buchtitel und Seitenumrahmungen, Drucker- und Verlegerzeichen, Buchumschläge, Lesezeichen, Vorsatzpapiere, Verlegereinbände und nicht zuletzt: Exlibris.“

Die Musiktitel werden fast beiläufig erwähnt. Den Aufsatz Moderne deutsche Notentitel hat der unermüdliche Sammler 1898 in der „Zeitschrift für Bücherfreunde. Monatshefte für Bibliophile und verwandte Interessen“ veröffentlicht. Sie war das Organ der ein Jahr zuvor gegründeten Gesellschaft der Bibliophilen.
Die Ausgaben dieser Zeitschrift gelten heute als Rarität und werden teuer gehandelt. Ich hatte das Glück, diesen Aufsatz in einem Scheunenantiquariat in Dänemark zu erstehen.
Das Thema Notentitelgestaltung ließ Walter von Zur Westen nicht los. Über zwanzig Jahre nach Erscheinen des Aufsatzes über Moderne deutsche Notentitel legte der Autor 1921 mit einer Festschrift anlässlich des 75jährigen Bestehens der Firma C.G.Röder G.m.b.H. Leipzig einen über 100 Seiten starken Band Musiktitel aus vier Jahrhunderten vor.




